Business Mom: Victoria Rüsche

Durch den Hochzeitsblog Frieda Therés stehen Vicky und ich schon viele Jahre in Kontakt. Ich mag sie sehr sehr gerne, denn wir verstehen uns nicht nur auf geschäftlicher Ebene, sondern haben auch darüber hinaus einen sehr herzlichen Austausch miteinander. Seit vielen Jahren führt Vicky den Bridal Store Victoria Rüsche in Köln – eine der liebsten Adressen für alle brides-to-be und mittlerweile weit über die Grenzen der Domstadt hinaus bekannt. Als ich von ihrer Schwangerschaft erfahren habe, habe ich mich sehr für sie gefreut und gewusst „die Vicky, die rockt das mit Kind und Business!“. Und ich habe mich nicht getäuscht, denn schon kurze Zeit nach der Geburt des kleinen Henri hat Vicky mir wieder persönlich auf Emails und Telefonate geantwortet – für mich eine echte Business Mom 2017 und damit ganz klar ein tolles Vorbild für alle!

Ich freue mich daher wie ein Keks, dass sie sich die Zeit für ein Interview genommen hat und offen und ehrlich aus ihrem Leben als junge Mutter berichtet. Wie immer freuen wir uns über Kommentare und den Austausch mit euch!

Viel Spaß beim Interview und mit den süßen Fotos von Silke Brünnet Fotografie! Ich freue mich, dass die Kategorie Business Mummys so schön wächst und wir euch an dieser Stelle immer wieder tolle Mütter vorstellen können. Wenn ihr jemanden kennt, der eurer Meinung nach viel Input zu diesem Thema liefern kann, dann schreibt uns gerne an!

Liebe Vicky, herzlichen Glückwunsch zum Mamasein! Wie alt ist dein Sohnemann jetzt?

Henri ist inzwischen 3 Monate alt

 

Wie fühlt es sich an mit dieser neuen, großen Aufgabe?

Total verrückt! Einerseits fühlt es sich so an, als sei Henri schon immer bei uns gewesen, man vergisst schlagartig, dass man vorher ein Leben ohne ihn hatte, da die Liebe so groß ist von jetzt auf gleich. Andererseits ist jeder Tag so unterschiedlich und aufregend und neu.

 

Wenn du die ersten Wochen jetzt rückblickend betrachtest, was waren die schönsten und schwersten Momente?

Die schönsten Momente sind natürlich unzählig, aber für mich persönlich ist es der erste Blick am Morgen. Sobald Henri wach wird und mich ansieht fängt er auf Knopfdruck an zu strahlen, da geht mir jedes Mal das Herz auf. Bis jetzt ist er zum Glück noch nicht erkältet gewesen, es gab keine Komplikationen bei der Geburt, er ist kerngesund. Für mich persönlich, war der Start mit dem Stillen sehr schwierig. Ich hatte mir vorher keine Gedanken gemacht und dachte, Stillen ist das einfachste der Welt, die Natur wird das schon so eingerichtet haben, dass alles super klappt.

Pustekuchen. Ich hatte wahnsinnige Schmerzen, direkt zu Beginn eine Brustentzündung mit hohem Fieber und ich war kurz davor abzustillen. Meine Hebamme sagte immer wieder zu mir, „nach 5 Wochen hast du alles überstanden, dann wirst du froh sein, wenn du es jetzt durchhältst“ und dem war auch so. Von heute auf morgen hatte sich alles eingespielt. Dass es so unangenehm wird, hat mich ziemlich überrollt. Wenn ich es jetzt anspreche, höre ich von allen Seiten, dass Frauen ähnliche Probleme gehabt haben- für die Info wäre ich vorher sehr dankbar gewesen.

 

Wie habt ihr euch als Paar durch die Geburt eures Sohnes verändert?

Wir haben uns vorher geschworen, dass wir nach Henris Geburt auch Zeit nur zu zweit verbringen und dann nicht über Windeln, verstopfte Nasen und Erziehung sprechen. Das klappt natürlich überhaupt nicht, weil wir jede Sekunde mit Henri verbringen möchten und es nichts Schöneres für uns gibt, als sich über ihn auszutauschen.

 

Du bist seit Jahren selbstständig mit dem bridal store Victoria Rüsche in Köln. Wie klappt es mit einem Neugeborenen einen Laden zu wuppen?

Die ehrliche oder geschönte Antwort? Die ehrliche ist, dass ich es ohne meine fantastischen Kolleginnen niemals schaffen würde. Sie halten mir komplett den Rücken frei und ich kann mich zu 100% auf sie verlassen. Sie geben mir die Möglichkeit, Termine wahrzunehmen, wenn es passt und es nicht zu tun, wenn dem nicht so ist. Ich habe zwar bis zum Tag vor der Geburt gearbeitet und stand nach 4 Wochen Pause wieder im Laden – allerdings sowohl zum Ende der Schwangerschaft als auch jetzt, nicht in der Art wie ich es vor meinem Kind getan habe.

Eine 60 Stunden Woche ist jetzt genau so unmöglich für mich, wie ein fest geplanter Tagesablauf. Den gibt Henri ab sofort vor. Das war am Anfang eine große Umstellung für mich und natürlich war es auch schwierig, so viel Verantwortung abzugeben. Als ich aber gesehen habe, wie großartig es läuft und wie super meine Kolleginnen alles im Griff haben, sind diese Sorgen verflogen.

 

Gibt es Dinge, die du in eurem Alltag mit Baby noch konsequent ändern möchtest oder lasst ihr auch viel auf euch zukommen?

Vor der Geburt wurde ich pausenlos gefragt „ wie willst du das schaffen?“ oder „meinst du wirklich, es klappt einen Laden zu führen und ein Kind zu bekommen?“ Speziell Frauen haben mich das immer wieder kritisch gefragt, was ich oft als sehr demotivierend empfunden habe. Wieso schließt sich das aus? Natürlich ist es eine riesengroße Herausforderung aber ich bin ja schließlich nicht die erste Frau die ein Kind hat und berufstätig ist und speziell in meiner Branche gibt es viele Frauen mit Kindern, die das alles fantastisch unter einen Hut bekommen und bei denen ich mir wertvolle Tipps holen kann. Ich habe mir vor der Geburt keine Ziele gesetzt, keine Pläne gemacht wie und in welcher Form ich wieder ins Berufsleben einsteigen kann. Ich wollte unterbewusst keine „Anforderungen“ an mein Kind stellen, ich glaube daraus resultiert nur Stress, Frust und Enttäuschung weil man eh mit einem Kind nichts planen kann und es einem Baby ziemlich egal ist ob Mama um 13 Uhr einen wichtigen Termin hat. Demnach nehme ich jeden Tag so an wie er kommt.

 

Welchen Tipp würdest du allen Selbstständigen Frauen geben, die planen Mutter zu werden?

Es wird niemals den „richtigen“ Zeitpunkt geben, als selbstständige Frau ein Baby zu bekommen. Entweder man hat zu viel oder zu wenig Arbeit. Entweder man ist gerade an dem Punkt, dass man durchstarten will und denkt „jetzt passt es nicht, ich muss doch 12 Stunden am Tag arbeiten“ oder man schwimmt gerade auf der Erfolgswelle und denkt sich „wenn ich jetzt ein Baby bekomme, ebbt diese schlagartig ab“

Deshalb kann ich nur für mich selbst sprechen, ich habe entschieden, dass – so sehr ich meinen Beruf liebe und so sehr ich dankbar für die Freiheit bin, die er mir gibt- für mich Familie an erster Stelle steht und alle beruflichen „Risiken“ die ein Baby mit mit sich bringen kann, wert ist.

Dass es geschäftlich für mich genau so rund läuft wie vor meiner Zeit als Mutter, ist allerdings nur durch mein Netz aus Kolleginnen und Familie machbar. Deshalb kann ich nur jeder Frau raten- auch wenn ihr euch vorher vorstellt, dass alles so ist wie vorher und ihr genau so arbeiten könnt wie eh und je- es wird definitiv nicht so sein und seid darauf gefasst. Habt immer jemanden zur Hand der euch bei der Arbeit vertreten kann oder das Baby übernimmt wenn ihr arbeiten müsst.

 

Bitte vervollständige folgenden Satz: Mutter zu sein ist…. 

… das schönste Abenteuer der Welt.

1 Kommentar
  1. Danke für diesen Einblick in deine persönliche Situation und herzlichen Glückwunsch zur Geburt von Henri!
    Meine Selbstständigkeit ist im letzten Jahr nach langer Vorbereitung gestartet. Zwei Wochen später hatte ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand und ziemlich große Augen. Alle haben mir abgeraten, das durchzuziehen. Meine Tochter Marie Frieda ist nun 8 Monate alt und meine Selbstständigkeit hat sich unglaublich positiv entwickelt. Ich arbeite immer, wenn meine Tochter schläft und bin häufig am „Limit“, um am nächsten Tag festzustellen, dass sich das Limit noch weiter ausreizen lässt.
    Wir schaffen viel mehr, als wir uns vorher auch nur annähernd vorstellen können.
    Heute bin ich dankbar, dass alles so gelaufen ist und merke, wie gut es mir tut, meine Arbeit zu haben und trotzdem 100% für meine Tochter da zu sein.
    Ich möchte beides nicht missen!

    Euch wünsche ich von Herzen weiterhin ein gutes „Einspielen“ und dass du stets für Mut und Fleiß auch mit Erfolg belohnt wirst. Ich wünsche dir taube Ohren für alle negativen Stimmen. Wer nicht selbst den Unternehmergeist hat, kann deine Motivation eh nicht nachvollziehen.
    Alles Liebe

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