Zu Besuch bei Lotti

Kommt mit auf einen Hausbesuch bei der süßen Lotti! Die Fotografin Franziska Molina hat die kleine Familie zu Hause besucht und dabei diese zauberhaften Fotos gemacht. Ihre Mama Sabrina hat uns zudem noch ein paar persönliche Zeilen zur Schwangerschaft und zum Umgang mit der Diagnose Down Syndrom geschrieben. Danke für diese offenen Worte liebe Franzi!

Lasst euch inspirieren von dieser wundervollen Familie! Viele weitere echte Geschichten findet ihr auch in der Kategorie Meine erste Schwangerschaft.

Die langersehnte Schwangerschaft begann holprig. Ich lag zwei Wochen im Krankenhaus. Zwei Wochen lang Ungewissheit, ob die Schwangerschaft intakt sein würde. Kurz nach der Entlassung hatte ich mit einer Thrombose zu kämpfen. Als endlich Ruhe einkehrte, wollte ich Gewissheit, dass es unserem Baby gut geht und vereinbarte einen Termin zum Ersttrimesterscreening. Zwei Wochen später folgte die Diagnose Downsyndrom. Der 22. Februar 2017 wird uns immer im Gedächtnis bleiben. Als der Tag, der für meinen Mann und mich zum Alptraum wurde. Als der Tag, an dem mich unser Pränataldiagnostiker anrief, um mir zu sagen, dass unser Baby Trisomie 21 haben würde. Wir konnten es nicht glauben und waren am Boden zerstört. Es folgten Tage voller Tränen. In wertvollen Gesprächen mit unserer Familie fanden wir Trost und Zuversicht. Sie sprachen uns viel Mut zu.

Wir entschieden uns für unser Baby. Wir erfuhren, dass wir ein kleines Mädchen bekommen würden und gaben ihr den Namen Carlotta. Viele dunkle Gedanken und Sorgen schwirrten weiterhin in unseren Köpfen umher: wie wird es werden, das Leben mit einem behinderten Kind? Weitere Komplikationen machten uns zu schaffen. Ich bekam immer wieder Blutungen und die Kleine nahm nur langsam an Gewicht zu.

Ich spürte unsere Tochter, liebevoll Lotti genannt, bereits in der 17. Woche. Ab da wurde die Verbindung zwischen uns immer enger und die Freude kehrte langsam zurück. Carlotta bedeutet die Kraftvolle – das zeigte sie uns von Beginn an, indem ich ständig ihre Tritte zu spüren bekam und die Ärzte mir beim Ultraschall immer wieder sagten: ihre Tochter ist zwar sehr klein und zierlich, aber ganz schön lebhaft!

Der 050.8.2017 wird uns immer in Erinnerung bleiben. Als der Tag, an dem unsere kleine Lotti auf die Welt kam. Der bisher schönste Tag in unserem Leben. Der Moment, in dem sie mir auf die Brust gelegt wurde und ich wusste, egal was kommen mag, alles wird gut werden. Ich sagte zu ihr „du hast uns also so viele Sorgen gemacht“. Und jetzt ist sie da. Sie verzaubert uns jeden Tag aufs Neue. Sie entwickelt sich sehr gut, ist glücklicherweise organisch gesund. Klar, es gibt Tage, die anstrengend und kräftezehrend sind. Therapiestunden und Arzttermine bestimmen oft den Alltag und manchmal haben wir zu wenig Zeit für die Dinge, die wir so gerne machen: Zusammen kuscheln, Spielen und die Welt entdecken. Doch wenn wir abends alle drei gemeinsam auf der Krabbeldecke liegen und Lotti das Gesicht meines Mannes in ihren kleinen Händen hält, dann ist die Welt in Ordnung. Auch unsere Familie und Freunde sind ganz vernarrt in unsere Maus. Alle lieben Lotti so wie sie ist. Und so wie sie ist, ist sie genau richtig

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