Business Mummys: Johanne von noni

Als ich den Gedanken hatte die Kategorie Business Mummys einzuführen, war mir klar, dass SIE unbedingt dabei sein muss: Johanne aus Köln. Als Mutter von drei Kindern und selbstständige Unternehmerin mit dem erfolgreichen Brautmodenlabel noni ist sie das Paradebeispiel für moderne Mütter, die sich neben der Familie auch beruflich verwirklichen. Mit ihrer Sandkastenfreundin Judith hat sie vor über 10 Jahren den ersten gemeinsamen Laden eröffnet. Mittlerweile ist noni eine feste, bekannte Größe in der deutschen Brautmodenwelt. Wie man diesen Weg mit Kindern meistert, wie der Alltag aussieht, die Sorgen und die Freude – all das und noch viel mehr wollen wir mit unserer neuen Reihe Business Mummys aufgreifen. Wir haben tolle Persönlichkeiten gefragt, wie sie mit dieser Doppelverantwortung für Kinder und Unternehmen umgehen. Klar ist, DAS Universalrezept für beruflichen Erfolg UND ein erfülltes Familienleben gibt es nicht. Jeder hat seinen eigenen Weg, um die ideale Balance zu finden und mit Herz und Seele dabei zu sein.

Ich wünsche euch viel Inspiration, wertvollen Input, Reflexionsansätze und gute Gedanken mit unserer Business Mummy Serie! Danke an Johanne für den Einblick in dein Leben als Mutter und Geschäftsfrau!

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Liebe Johanne, du bist Unternehmerin und Mutter. Erzähl doch mal ein bisschen von dir, seit wann bist du selbstständig und seit wann bist du Mutter?

„Im Juli 2005 haben Judith und ich unseren ersten gemeinsamen Laden eröffnet. Knapp vier Jahre später kamen dann meine Zwillinge zur Welt.“

 

Wie viele Kinder hast du?

„Seit Januar 2016 sind es nun 3 :)“

 

Die Frage, die wohl allen unter den Nägeln brennt: WIE schaffst du es, Familie und eigene Firma unter einen Hut zu bringen?

„Das ist nicht immer einfach und ohne meinen Mann und meine Mutter die sich beide auch ganz viel kümmern, würde das wohl nicht gehen.“

 

Arbeitest du auch im Homeoffice oder trennst du Arbeit und heimische vier Wände klar ab?

„Eine Trennung macht für mich keinen Sinn. Homeoffice ist für mich gerade jetzt mit einem Säugling unerlässlich. So kann ich mich um meinen kleinen Schatz kümmern und wenn er schläft zum Beispiel diese Fragen beantworten.
Wenn einer der beiden großen krank ist und nicht in die Schule kann, bin ich trotzdem erreichbar und kann die wichtigsten Sachen auch von zu Hause erledigen. An manchen Tagen spart mir das Homeoffice auch die Fahrtzeit und ich kann mich voll und ganz auf die Kollektionsentwicklung oder größere Blogbeiträge konzentrieren, wo mir in der Firma manchmal die Ruhe für fehlt. Aber es gehört auch eine große Portion Selbstdisziplin dazu, das Laptop dann auch wieder zu zu klappen und nicht abends noch schnell die ein oder andere Mail zu schreiben. Das ist eine Gradwanderung die mir mal mehr und mal weniger gut gelingt.“

 

Was waren bzw. sind für dich die größten Hürden auf dem Weg zu einer erfüllenden Job-Mutter-Balance?

„Das Loslassen. Zum einen musste ich Dinge in der Firma abgeben und Menschen vertrauen, dass sie diese ebenso gut erledigen wie ich. Da geht natürlich auch mal was schief aber man kann einfach nicht mehr immer vor Ort sein und alles im Blick haben. Bei den Kindern musste ich genauso lernen los zu lassen. Auch wenn sie am Anfang „nur“ beim Vater blieben wenn ich in die Firma gefahren bin, später dann bei der Oma.. Ich denke jede Mutter kennt das komische Gefühl und die Gedanken die man sich dann macht. Mit der Zeit wächst natürlich das Vertrauen dass schon alles gut gehen wird und diese Auszeit kann auch sehr gut tun.  Zum Beispiel freuen wir uns alle drei riesig auf die Tage, wo ich die beiden Großen aus der Schule hole. Eine Mama die das jeden Tag macht, bekommt wahrscheinlich nicht so strahlende Augen zu sehen.. Genauso freue ich mich, dass meine Kinder ebenso viel Zeit mit ihrem Vater verbringen und nicht nur einen müden Feierabend-Papa kennen.“

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Wie würdest du dich selbst beschreiben, bist du eher die Planerin oder lässt du die Dinge auch einfach mal laufen?

„Ich bin eine absolute Planerin und kann es ganz schlecht haben wenn sich Dinge nicht durchplanen lassen. Inzwischen bin ich aber auch eine ganz gute Jongleurin, zB wenn ein Kind krank ist, das Auto kaputt oder ein Notfall in der Firma, da habe ich in aller Regel ganz schnell einen Plan B zur Hand.“

 

Habt ihr ein familieninternes Organisations-System, um den Tagesablauf zu planen?

„Ja, besonders der Morgen vor der Schule ist sehr durchgeplant und jeder hat seine Aufgaben die erledigt werden müssen. Der Rest des Tages muss oft angepasst und justiert werden weil dann doch immer wieder was dazwischen kommt. Alleine die Verabredungen mit Freunden sind jede Woche eine neue Herausforderung. Wer ist wann wo und muss wann mit Auto/ Fahrrad abgeholt werden und wie kommt dann noch Kind 2 nach Hause? Dazwischen muss irgendwie noch eingekauft werden und Abendbrot muss auch noch pünktlich auf den Tisch.“

 

Gibt’s To-Do-Listen in deinem Leben? Wenn ja – in welchen Bereichen?

„Lange Zeit stand da Kind 3 drauf :)
Jetzt stehen erst mal die anstrengenden ersten Jahre an und dann sehen wir weiter.“

 

Was sind deiner Meinung nach die größten Abstriche, die eine Business Mutter machen muss?

„Die Zeit mit den Kindern ist immer zu knapp. So sehr ich meinen Job liebe, ich beneide jede Mutter, die jede Minute mit ihren Kindern genießen kann, die nicht in stressigen Zeiten in Gedanken immer noch halb im Büro sitzt oder zur Schule hetzt weil es mal wieder länger gedauert hat. Im Kopf spiele ich schon immer mal durch wie es wäre wenn mir mein Job nicht so viel Freude machen würde. Gerade in stressigen Zeiten wünsche ich mir manchmal ich könnte einfach zu Hause sein und mich um die Kinder kümmern. Mein Mann lacht mich dann immer aus und sagt, ich könne ja sowieso nicht nichts tun.. Vermutlich hat er recht.“

 

Was würdest du anderen Müttern raten, die sich selbstständig machen wollen?

„Ein erfolgreiches Business aufzubauen kostet unglaublich viel Kraft und Energie, das darf man nicht unterschätzen. Wenn ich jetzt noch mal „neu“ Mutter wäre und noch keine Firma hätte, würde ich warten bis das Kind etwas älter ist, eigene Hobbies hat, Freunde trifft.. Das geht schneller als man denkt. Ich würde die Zeit mit meinem Kleinkind in vollen Zügen genießen und dann mit ganzer Kraft durchstarten.

 

Wenn du den Weg als Unternehmerin und Mutter noch einmal gehen könntest, was würdest du dann anders machen?

„Es gab definitiv Zeiten wo ich viel zu viel gearbeitet habe. Sicher war das manchmal auch unbedingt nötig und für die Firma gut und wichtig,  aber die Zeit mit den Kindern lässt sich einfach nicht zurück drehen und sie werden so schnell groß. Das muss auch anders gehen und daran versuche ich immer zu denken. Jeden Tag.“

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Alle Fotos von Le Hai Linh Photography

Rotes und mintgrünes Kleid von noni.

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