Vom Baby zum Kitakind

Familienfotograf Osterreich_Fotograf Stuttgart_Pfander Familenausflug (57)

Was für ein Wunder die Geburt eines neuen Menschen doch ist. Ein kleines Baby erblickt das Licht der Welt und muss noch alles lernen und die ganze Welt entdecken. Die Minis entwickeln sich in den ersten 2 Lebensjahren von einem winzigen, hilflosen Geschöpf zu einem rennenden, sprechenden Kleinkind und jeder neue Schritt im Leben eines Kindes bedeutet ein Stück mehr Unabhängigkeit. Das kann uns Mamis so stolz und gleichzeitig so traurig stimmen.

Der größte Meilenstein auf unserem Weg zum „Erwachsenwerden“, war für mich bisher die Kitaeingewöhnung. Und ich habe mir das alles irgendwie leichter vorgestellt. Eigentlich war ich davon überzeugt, dass mir die Trennung von meinem kleinen Schatz relativ leicht fallen würde. Denn er war auch vorher schon allein mit einer Babysitterin oder mit Oma und Opa gewesen.

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Die Eingewöhnung war im April 2015 und bis zum Uni-Start im Oktober sollte mein kleiner Sohn einen Halbtagsplatz haben, damit ich mich um einen Nebenjob und alles weitere kümmern konnte. Die ersten Tage der Eingewöhnung in der neuen Umgebung spielte mein Sohn gemeinsam mit einem anderen Mädchen zufrieden in den hellen großen Räumen unserer Kita. Wir Mamas schauten aus der Distanz dabei zu, wie sie gemeinsam mit der Erzieherin Türme bauten und aus dem Fenster schauten.

Ich war unheimlich stolz, auch wenn wir uns noch gar nicht getrennt hatten. Nach 4 Tagen Kennenlernen mit der lieben Erzieherin sollte eine erste Trennung für nur wenige Minuten erfolgen. Zugegeben, ich war ein bisschen aufgeregt, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass ich so nah am Wasser gebaut sein würde.

Am 4. Tag sagte die Erzieherin nach ein paar Minuten Spielzeit: „So, jetzt geht erst Elisas Mama raus und dann kannst du auch den Raum verlassen.“ Plötzlich begann mein Herz wie wild zu pochen. Ich war aufgeregt. Als die Mama unserer kleinen Kitafreundin den Raum verließ überkam mich plötzlich eine große Trauer.

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Auf einmal wurde mir bewusst, dass mein kleiner Sohn nun einen riesigen Schritt in die große weite Welt machen sollte und unsere gemeinsame Zeit, die wir jeden Tag verbrachten, zu Ende gehen würde. Ich konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Ja, ich bin eine Heulsuse! Es ging einfach nicht anders. Schnell versuchte ich mein Gesicht so gut wie möglich zu verbergen, aber das machte keinen Unterschied. Die Erzieherin schaute mich fast schon ein bisschen mitleidig an und meinte nur „Okay, dann machen wir eure Trennung erst morgen.“

Innerlich atmete ich auf und versuchte meine Fassung wieder zu erlangen. Ich hätte niemals gedacht, dass es so schwer für mich sein würde!!! Mein kleiner Sohn fand das sicherlich ein bisschen seltsam. Am nächsten Tag schafften wir dann unseren ersten Abschied unter Tränen.  Anscheinend fand er es auch nicht sonderlich gut, dass ich einfach so den Raum verließ. Gottseidank beruhigte er sich schnell wieder und ich durfte ihn für 10 Minuten allein mit der Erzieherin lassen. 

Noch eine ganze Weile gab es Tränen beim Abschied, aber dafür eine umso größere Freude beim Abholen! Mittlerweile rennt er  freudig und ohne sich nochmal umzudrehen in seinen Gruppenraum. Der schönste Moment des Tages wird für mich aber wohl immer der sein, wenn mein kleiner Sohn nach einem langen Kitatag strahlend in meine Arme gerannt kommt und ganz laut „Meine Mama ist daaaa!!!“ ruft. Auch in diesen Augenblicken bin ich den (Freuden-)Tränen wieder sehr nah.

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Titelbild: Maria Luise Bauer

Foto Mama und Baby: Anja Schneemann

Fotos Mama und Sohn: Patricia Schumann 

1 Comment

  • Einen wundervollen und sehr passenden Artikel hast du da geschrieben. Aktuell stehen wir kurz vor der Kitaeingewöhnung und mir kommen schon Tränen, wenn ich nur an den ersten Abschied denke. Ich werde mir jetzt immer deinen Satz vor Augen führen: „Der schönste Moment des Tages wird für mich aber wohl immer der sein, wenn mein kleiner Sohn nach einem langen Kitatag strahlend in meine Arme gerannt kommt und ganz laut „Meine Mama ist daaaa!!!“ ruft.“ Dann freue ich mich lieber auf diesen Moment, als an den Abschiedsmoment zu denken : )

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