Business Mummys: Isabel von mymuesli

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In unserer neuen Reihe Business Mummys geht es weiter! Nachdem uns beim letzten Mal Johanne von noni einen Einblick in ihr Leben als Mutter und Geschäftsfrau gegeben hat, lässt uns dieses Mal Isabel von mymuesli in ihren Alltag blicken. Die Mutter von zwei Kindern leitet die beiden mymuesli Läden in Salzburg. Als mymuesli Liebhaberin der ersten Stunde finde ich es daher super interessant mal zu hören, wie sich dieser verantwortungsvolle Job als Mutter realisieren lässt. Ich freue mich sehr, dass Isabel sich die Zeit genommen hat, um unser Interview zu beantworten und dass sie uns an ihren Gedanken rund um die Themen Vollzeitarbeit, Kinderbetreuung und Vorurteilen teilhaben lässt.

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Liebe Isabel, du bist Mutter und auch beruflich in einer verantwortungsvollen Position. Du leitest die beiden mymuesli Läden in Salzburg. Seit wann machst du diesen tollen Job und seit wann bist du Mutter?

„Mama bin ich seit Mai 2011, da kam an einem sonnigen Montagabend mein Sohn zur Welt. Zwei Jahre später, im Mai 2013, folgte seine kleine Schwester. mymuesli kannte ich schon lang und hatte mir online schon diverse Mischungen bestellt – Anfang 2015 habe ich dann via facebook erfahren, dass ein Store in Salzburg eröffnen wird und mich für die Stelle als Store Managerin beworben, die damals in Teilzeit ausgeschrieben war.“

 

Was ist für dich das Schönste am Mama-Sein?

„Hm, es ist schwierig, nur eine Sache oder ein Erlebnis zu nennen … Ich finde es beispielsweise faszinierend, dass meine Kinder jeden Tag so sorgenfrei, positiv und voller Spannung beginnen. Sie zeigen mir, dass es immer Dinge gibt, über die man sich freuen kann und die besonders sind. Aber natürlich denke ich auch an das erste gesprochene „Mama“ meiner Kinder, ihre leuchtenden Augen, wenn ich ihnen Geschichten erzähle oder ihre glücklichen, teigverschmierten Gesichter, wenn wir gemeinsam backen. Das Schönste am Mama-Sein ist für mich, dass ich zwei gesunde Kinder habe, die ich mehr liebe als alles andere und vor allem auch, dass ich diese Liebe erwidert bekomme.“

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Und das Schönste an deinem Job?

„Die vielen Facetten meines Jobs haben mich von Anfang an gereizt: Ich führe zwei Teams mit teils jungen MitarbeiterInnen und bin sowohl für alle administrativen als auch personaltechnischen Bereiche meiner Läden zuständig. Darunter fallen u.a.Schichtplanungen, Auswertungen, Bestellungen, der facebook-Auftritt meiner Läden, aber auch die Planung von Kooperationen etc. Am meisten gefällt mir aber, dass ich mich gemeinsam mit meinen Teams über Erfolge freuen kann und es meines Erachtens auch geschafft habe, meine Mitarbeiter ein Stück weit zu „erziehen“. Mir war und ist wichtig, zu vermitteln, dass wir als Team viel erreichen können und dass Arbeit einem selbst tatsächlich immer mehr Spaß macht, wenn man weiß, dass man sein Bestes gegeben hat. Irgendwie bin ich also auch in meinem Job als Store Managerin ein bisschen „Mama“ (schmunzelt).“

 

Viele Frauen sind gefühlt und meist auch real erstmal „raus aus der Arbeitswelt“, sobald sie Mutter werden. Wie war das bei dir? Wann hast du wieder angefangen zu arbeiten und warum?

„Ich muss ehrlich sagen, dass es mir in keiner Schwangerschaft schwer fiel, aus dem Job „auszusteigen“ – ich habe mich jedes Mal wahnsinnig auf meine Babys gefreut und konnte bzw. wollte diese besondere Zeit bewusst genießen. Mich stört es, dass man heutzutage meist schon vor der Geburt dauernd Fragen zum Wiedereinstieg beantworten muss. „Wie lange bleibst du daheim?“ „Hast du dir schon Gedanken gemacht, ob du deinen Job überhaupt wieder bekommst?“ „Gibt es eine passende Krabbelstube bei euch in der Nähe?“ usw. Man bzw. FRAU weiß doch gar nicht, wie es mit Baby läuft, ob man ein ruhiges oder sehr forderndes Baby hat, ob man den Kopf nach ein paar Monaten überhaupt wieder für einen Job frei hätte oder vielleicht bewusst sagt: „Ich steige für ein paar Jahre aus.“ Ich habe eigentlich immer ein bisschen nebenbei gearbeitet, aber von daheim aus. Ein paar Monate, nach der Geburt meines Sohnes hab ich habe beispielsweise wieder Artikel und Promotiontexte für Magazine geschrieben oder kleinere Online Marketing Kampagnen gemacht. Das klappte mal besser, mal schlechter … Warum ich relativ schnell wieder angefangen hab? Naja, ich konnte! Ich bekam Angebote und was sich für mich und meine Familie vereinbaren ließ, das hab ich gemacht. Und bei mymuesli sah ich letztes Jahr dann einfach eine tolle Chance und dachte: „Das passt zu mir!“ Viel Zeit zum Überlegen hatte ich auch gar nicht, denn der Eröffnungstermin für den Store stand bereits fest …“

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Deine Kinder sind noch klein, wie regelst du die Betreuung während deiner Arbeitszeit?

„Mein Sohn wird Ende des Monats fünf Jahre und geht bereits in den Kindergarten, meine Tochter ist gerade drei geworden und ist bis mittags bei einer Tagesmama.“

 

Inwieweit unterstützt dich dein Arbeitgeber, um eine erfüllende Job-Mutter-Balance zu haben?

„Ich kann mir als Store Managerin relativ frei einteilen, was ich wie bzw. wann erledige. Natürlich habe ich Deadlines oder muss regelmäßig in meinen Läden vorbeischauen, was mir aber logischerweise selbst ein Anliegen ist. Für mich ist die freie Zeiteinteilung ehrlich gesagt Fluch und Segen – einerseits ist es toll, dass ich mir alle Termine oder Aufgaben so legen kann, dass es sich für mich halbwegs gut ausgeht, aber ich bin sowohl für meine Mitarbeiter als auch Kooperationspartner, Kunden oder Bewerber mehr oder weniger immer erreichbar und wenngleich ich keine Sonderbehandlung möchte, weil ich Mama bin – stressig ist es oft schon.“

 

Wer und/oder was sind deine größten Hilfen und Stützen im Alltag?

„Definitiv mein Mann – er hat mich von Anfang an motiviert, unterstützt und zeigt nach wie vor sehr viel Verständnis für meinen Job, aber auch für mich als Frau und Mama. An dieser Stelle: Danke Tobi, ohne dich würde ich es nie schaffen, alles so gut unter einen Hut zu kriegen! Meine Eltern helfen mir auch und passen beispielsweise nachmittags mal auf die Kinder auf, wenn ich einen wichtigen Termin hab oder noch etwas erledigen muss.“

 

Bist du als Mutter von zwei kleinen Kindern, die Vollzeit arbeiten geht in deinem Alltag mit Vorurteilen konfrontiert?

„Ja, klar und ich glaube, das geht fast allen berufstätigen Mamas so. Man hört beispielsweise: „Toll, wie du das alles schaffst …“, weiß aber genau, dass die Leute eigentlich das Gegenteil denken oder einen verurteilen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mich inzwischen kalt lässt, wenn jemand denkt, dass ich den Job über meine Familie stelle – alle die mich kennen plus meine Mitarbeiter würden das Gegenteil bezeugen. Vollzeit würde ich in einem anderen Unternehmen bzw. einer anderen Position auch niemals arbeiten, denn dann müsste ich meine Kinder tagsüber komplett fremdbetreuen lassen, was ich persönlich nicht wollen würde. Ich nehme arbeitsintensive Vormittage und lange – teils sehr lange – Abende in Kauf, um mir die Nachmittage für meine Kinder bestmöglich freizuhalten. Ja, ich bin zwar erreichbar, checke meine Mails und hab manchmal auch Termine, aber großteils bin daheim und kann mich selbst organisieren. Egal, wie mein Jobtitel lautet – ich bin von ganzem Herzen vor allem immer Mama!“

 

Wie nimmst du dir Auszeiten für dich selbst und wie oft brauchst du diese?

Da muss ich ehrlich sein: Aktuell gibt es Auszeiten für mich selbst sogut wie gar nicht, was natürlich schade ist. Aber ich kann zwischendurch gut abschalten: Ich hab immer meine Lieblingsmusik im Auto, lese leidenschaftlich gern Koch- und Backbücher oder such mir abends auf Pinterest Inspirationen für Kreativprojekte, die ich irgendwann ganz bestimmt umsetzen werde (lacht) …“

 

Welche Verbesserungen in Sachen Kinderbetreuung wünscht du dir für deine Heimat Österreich?

„Ich persönlich finde, dass in Österreich noch einiges realisiert oder optimiert werden könnte, um berufstätigen Eltern zu helfen – das weiß ich auch aus Gesprächen mit anderen Eltern. Nennen würde ich an dieser Stelle flexiblere Öffnungszeiten bei Krabbelstuben oder Kindergärten, Betreuungsoptionen während der Ferienzeiten und auch finanzielle Unterstützung – in Österreich können nämlich etwa die Kindergartenkosten je nach Bundesland und Gemeinde sehr unterschiedlich ausfallen.“

 

Abschließend darf diese Frage natürlich nicht fehlen… Welches ist dein Lieblingsmuesli?

„Haha, da lautet die Antwort selbstverständlich: Nur eines kann ich gar nicht nennen, es gibt einfach so viele leckere Sorten … (schmunzelt) Besonders gern mag ich aktuell unser knusprig-fruchtiges Brombeer-Granola mit Chia Samen, das finde ich besonders mit Joghurt superlecker. Aber auch ein mymuesli-Klassiker hat es mir angetan: Ich liebe unser Bircher-Müsli – das schmeckt mir mit geriebenem Apfel und ein paar Spritzern Zitronensaft zubereitet wirklich besser als in jedem Hotel!“

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Fotos von Tanja Kiss von Photo Kiss

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